Sonntag, 21. Juni 2009

Meine Idee zur Woche des Grundeinkommens:

Bei dem Ideen-Geld geht es für mich um ein konkretes, jetzt einsetzbares Grundeinkommen. Ich sehe zu viele Menschen, die Geld brauchen. Die sehr gute Arbeit machen, aber immer wieder selber drauf zahlen, oder die Arbeit irgendwie beschnitten wird, sodass es verdammt langsam geht, bis etwas dabei rum kommt. Das hat meistens mit Geld zu tun, bzw. dem Mangel dessen.

Deshalb habe ich diese Idee:

Ich möchte 2 x 2000 Euro für zwei Menschen gewinnen. Zwei junge Frauen. Eine davon bin ich selber, die nächste ist meine Kollegin Caitlin, mit der Zusammen ich die ConnectTagung 2009 im April getragen habe und mit der zusammen die Projekt- und Lebensarbeit auch weitergehen soll.
Seitdem ich über den Ideen Wettbewerb nachdenke kommt mir immer nur eins: dieses Geld sollte Grundeinkommen bedeuten. Eigentlich ist keine Ausrede nötig, ob das Geld denn sinnvoll verbraucht würde. Nein. Ich denke es ist klar, dass das Geld in meinem Vorschlag eine sinnvolle, gute Investition wäre. Natürlich sollte es bedingungslos kommen, aber soviel ist nicht da, deshalb nenne ich doch diese "guten Gründe" dass wir dieses Geld bekommen sollten.

Also, hier die Idee in versuchter Formulierung:

Die Idee

Mit diesen 2 x 2000 Euro würden Caitlin ud ich (beide 24) unser leben genauso weiter führen wie immer.
Ausser, dass wir unsere Arbeit im Sinne des Grundeinkommens endlich mit mehr Freiheit machen könnten, wenn auch nur für eine begrenzte Zeit. Aber mit etwas weniger Geldsorgen.
Mit "Die Arbeit" meine ich die Projekte, die wir sowieso schon machen, wodurch das Geld, das ich von nun an "das Grundeinkommen" nennen werde, eigentlich direkt über unsere Personen wieder in die Welt fliessen würden, so wie es das echte, zukünftige Grundeinkommen auch tun würde:

Zum Beispiel die Idem Initiative in Basel, für die wir dann mehr Zeit hätten und mehr Möglichkeiten erschliessen könnten (Idem ist ein Netzwerk von und für Jugendliche, eine Plattform, die Jugendlich unterstützt, Initiative zu ergreifen und in Eigenverantwortung zu handeln, www.idem-network.org).
Als auch die ConnectTagung für 12.Klässler aus der ganzen Welt an (www.connectconference.org), die an Ostern 2010 wieder statt findet und die wir ab September wieder vorbereiten werden, bis jetzt ehrenamtlich.

Unser Alltag ist voller Fragen, die sich immer wieder um Lohnarbeit, Ehrenamt, Sinnarbeit, und die Verflechtung dieser oft polarisierten Bereiche drehen. Wie kann ich meine wirkliche Arbeit mit der inneren Haltung des Grundeinkommens, also mit "ich kann, aber ich muss nicht", angehen anstatt mich demotivieren zu lassen und weg zu wünschen, weil es finanziell woanders vielleicht besser wäre? Wie kann sich kreativ mit meinem Arbeitsplatz umgehen, meine Haltung zur bezahlten und nicht bezahlten Arbeit verflochten in mir tragen, anstatt zwei Hüte zu haben und immer zu wechseln? Wie gehe ich mit Geld um, das ich mir "verdient" habe, wie mit "geschenktem", wie mit bezahlen und schenken? Macht das eine mich freier als das andere?
Die Fragen ist ja, "was würdest Du tun, wenn für Dein Einkommen gesorgt wäre, oder, was würdest Du tun, wenn die kleine Stimme auf Deiner Schulter, die Sorgenstimme, mal leiser werden würde?"

Caitlin und ich würden zwei Monate lang dokumentieren, wie es sich anfühlt, ein Grundeinkommen zu bekommen. Dies würde auf einem Blog in Englisch und Deutsch dargestellt mit täglichen Einträgen (Caitlin ist Amerikanerin und ich Deutsche). Angefangen mit der Grundeinkommenswoche machen wir aber weiter, September und Oktober 2009, der Grundeinkommensherbst!
Je 1000 euro pro Person pro Monat...ein Experiment zum Grundeinkommen (und beide, Caitlin und ich, werden diesen Herbst 25!!! Das wäre doch mal ein super Start in das nächste Vierteljahrhundert!)

Unser Vorsatz ist: Grundeinkommen soll Alltag werden. Wir wollen unseren Alltag, der sehr eigenverantwortlich gestaltet ist, bewusst als einen solchen erkunden. Dies wollen wir dokumentieren und mit viele Menschen teilen. Ein Alltag, der dem ähneln könnte, den wir alle erleben könnten, gäbe es denn das Grundeinkommen schon. Eigenverantwortung als Kreativitätsquelle, die Entscheidung als Erlebnis! Was macht Sinn? Will ich Arbeiten? Wer bin ich? Was gibt mir wirklich Kraft? Der bewusste Umgang mit Geld, mit Konsum und vielen Gewohnheiten, die wir durch finanzielle Beschränkungen angenommen haben - solche Fragen sollen zu Themen werden, mit denen wir uns täglich auseinander setzen. Zusätzlich hoffen wir, täglich ein Gespräch mit einem Menschen im Kaffeehaus unternehmen mitte über das Grundeinkommen und das Leben an sich zu führen. Unser Grundeinkommen würde uns den Rahmen für diese Vertiefung bieten.

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